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Netflix´s Erfolg mit düsteren Themen: Seit Ende März 2017 läuft die Serie „Tote Mädchen lügen nicht" auf Netflix. Thema ist der Suizid einer High-School-Schülerin. Auch Mobbing, Vergewaltigung und sexuelle Belästigung werden gezeigt. Netflix weist am Anfang der ersten Folge auf „several difficult issues" der Serie hin und fordert Zuschauer auf, sich Unterstützung zu holen, wenn sie selber oder andere Hilfe benötigen. Das ist alles. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht.

Die Serie wurde weltweit ein Erfolg und in Deutschland zeitweise die mit Abstand beliebteste Online-Streaming-Serie im April. Die besonders bei Jugendlichen beliebte Serie hat auch Kritik hervorgerufen: Der dargestellte Suizid der Jugendlichen verherrliche Selbstmorde und stifte selbstmordgefährdete Menschen zur Nachahmung an, so die Kritik von Psychologen und Jugendschützern.

Junge Zuschauer, vor allem Mädchen, versucht Netflix auch mit seinem eigenproduzierten Film „To the Bone" zu gewinnen. Diesmal steht das Thema Magersucht der Hauptdarstellerin, gespielt von der ehemals selbst magersüchtigen Schauspielerin Lily Collins, im Mittelpunkt. Auch hier erheben Psychologen Vorwürfe einer beschönigenden Darstellung der Problematik.

Für beide Produktionen gibt es in Deutschland keine offizielle Altersfreigabe. Grund dafür sei, dass Netflix seinen Sitz im Ausland habe, sagte Cornelia Holsten, Vorsitzende der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Sie lädt Netflix dazu ein, sich der zuständigen Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Dienstanbieter (FSM) anzuschließen. „Dass Netflix den Sitz im Ausland hat, steht dem nicht entgegen."

Weitere Jugendschutz-Theman finden Sie im aktuellen Tätigkeitsbericht der KJM: http://www.kjm-online.de/service/publikationen/berichte.html