Projekt "Smart"phone

Demokratisch ein Smartphone-Regelwerk für die Schule gestalten - ein Konzept, das inspiriert!

Um kompetente Smartphone-Nutzung verstehen zu können, muss man neben der ganzen Theorie auch einen regelmäßigen praktischen Umgang pflegen. So gut wie jede Schülerin und jeder Schüler besitzt heute ein Handy, doch wie genau kann man eine kompetente Nutzung während der Schulzeit gewährleisten? Vom 13.02.2017 bis zum 15.02.2017 fanden in den einzelnen Klassen der Jahrgänge fünf bis zehn der Oberschule Findorff verschiedene Workshops statt. Wie könnte eine Handynutzung in der Schule aussehen? Wo und wann darf man es überhaupt benutzen? Wie geht man gegen Regelverstöße vor? Diese und weitere Fragen diskutierten die Schüler und erarbeiteten gemeinsam mit Schulsozialarbeitern und Medienpädagogen der (bre(ma und des ServiceBureaus Jugendinformation Regelwerke, welche eine Woche später von jeweils zwei ausgewählten Klassenvertretern in einer Delegiertenkonferenz präsentiert wurden. 

Im Verlauf des Projektes haben 33 Klassen der Jahrgänge fünf bis zehn eigene Regelvorschläge für den Umgang mit Smartphones in den Schulpausen entwickelt. Die klasseninternen Vorschläge wurden dann durch je zwei Vertreter zunächst auf einer Delegierten-Konferenz diskutiert und anschließend als gemeinsam erarbeitetes Regelwerk auf der Schulkonferenz vorgestellt. Das strickte Handyverbot wurde an der Oberschule aufgehoben. Das Ergebnis ist ein Handynutzungsvertrag, der beispielsweise die Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Schüler festlegt, sowie die Nutzung der Smartphones nur in einem gekennzeichneten Bereich auf dem Schulhof erlaubt. Außerdem wurde eine Kurzversion als zusätzliche Regel in die Hausordnung der Schule integriert. Die Schüler wollen sich in Zukunft weiter mit den neuen Regelungen auseinandersetzen und sie regelmäßig auf Aktualität überprüfen, um auf Veränderungen in den Nutzungsgewohnheiten reagieren zu können.
Das Kooperationsteam hofft, dass diese partizipative Methode Schule macht! Denn auch in anderen Einrichtungen könnte ein gemeinsam erarbeitetes Regelwerk für die Nutzung von Handys für alle nur Vorteile bringen.

Hier geht es zum Projektfilm

Im November 2017 wurde unser gemeinsames Projekt „Smart"phone mit dem Dieter-Baacke-Preis ausgezeichnet. Prämiert wurde das besondere Netzwerkcharakter des Projektes, bei dem die Bremische Landesmedienanstalt und das ServiceBureau Jugendinformation um die 1000 Personen eingebunden und mit einem Ziel vereint haben: neue Handynutzungsregeln an der Oberschule Findorff.
Der Preis wird von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend jedes Jahr an herausragende medienpädagogische Projekte verliehen. Im Mittelpunkt stehen dabei Projekte, deren Ziel die Förderung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Familien, sowie die Vermittlung eines kritischen Umgangs mit Medien ist. Das Projekt „Smart"phone wurde unter der Schirmherrschaft der Bremer Bildungssenatorin Dr. Bogedan realisiert. Es basierte auf der Grundidee, die Schüler in einem demokratischen Verfahren an der Entwicklung neuer Regelungen zum Umgang mit Smartphones in der Schule zu beteiligen, anstatt ihnen Verbote aufzuzwingen. Dadurch erhofften sich die Organisatoren unter anderem ein höheres Verantwortungsbewusstsein bei den Schülern und eine bessere Diskussionsgrundlage bei Regelverstößen.